
Kalbsbutterschnitzel: Rezept & Tipps aus Wien
Wer einmal ein saftiges Kalbsbutterschnitzel aus der Wiener Küche probiert hat, fragt sich, warum dieses Gericht neben dem berühmten Wiener Schnitzel so selten auftaucht. Dabei gehört es seit Generationen zum festen Repertoire der Wiener Gastronomie – fein faschiert, in Butterschmalz gebraten und mit einer samtigen Butter-Sauce abgerundet. Das originale Rezept von Ewald Plachutta macht den Unterschied.
Herkunft: Wien, Österreich · Zubereitungszeit: 40–60 Minuten · Hauptzutat: Kalbfleisch · Typ: Faschiertes Laibchen · Sauce: Buttergebunden
Kurzüberblick
- Exakte Gründungsdaten der Plachutta-Restaurants
- Primärquellen zu Rezepten aus dem 19. Jahrhundert
- Internationale Varianten außerhalb Österreichs
- Schritt-für-Schritt-Anleitung zum originalen Plachutta-Rezept
- Typische Fehler und wie man sie vermeidet
- Vergleich mit dem Wiener Schnitzel
Diese Tabelle fasst die wesentlichen Merkmale des Kalbsbutterschnitzels übersichtlich zusammen.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Definition | Faschiertes Laibchen aus Kalbfleisch mit Buttersauce |
| Zubereitungszeit | 0:40 – 1:00 h |
| Typische Zutaten | Kalbsschulter, Semmel, Butter |
| Herkunft | Wiener Küche |
| Beilagen | Kartoffelpüree, Erbsen, Karotten |
| Kalbfleischmenge (Plachutta) | 600 g |
Was sind Kalbsbutterschnitzel?
Definition und Herkunft
Kalbsbutterschnitzel ist eine traditionelle Wiener Delikatesse aus fein faschiertem Kalbfleisch, geformt zu ovalen Laibchen und in Butterschmalz gebraten. Im Gegensatz zum Wiener Schnitzel wird das Fleisch nicht dünn geklopft, sondern fein gehackt und mit eingeweichter Semmel, Ei und Schlagobers verbunden. Die sauce wird aus dem Bratensatz mit kalter Butter montiert – daher der Name. „Etwas ganz Besonderes aus der Wiener Küche” beschreibt Falstaff das Gericht treffend.
Unterschied zu anderen Schnitzeln
Das Kalbsbutterschnitzel unterscheidet sich grundlegend vom Wiener Schnitzel: Es wird aus faschiertem statt aus einem ganzen, dünnen Stück Fleisch geformt. Das Wiener Schnitzel wird hauchdünn geklopft und in reichlich Butterschmalz schwimmend ausgebacken. Das Butterschnitzel hingegen wird in der Pfanne angebraten und mit einer buttrigen Sauce vollendet. Diese Unterschiede machen es zu einer eigenständigen Spezialität der Wiener Küche.
Das Kalbsbutterschnitzel gehört zur Familie der „faschierten Laibchen” – einer Tradition, die das Fleisch vom ganzen Stück löst und neu formt. Das Fleisch kommt dabei von der Kalbsschulter, die durch das Faschieren zart bleibt.
Was das bedeutet: Die Wiener Küche beweist mit diesem Gericht, dass faschiertes Fleisch genauso edel sein kann wie ein ganzes Stück.
Was ist ein Butterschnitzel in Österreich?
Traditionelle Zubereitung
In Österreich ist das Butterschnitzel oder Kalbsbutterschnitzel fest in der Wiener Küche verankert. Die Zubereitung folgt einem überlieferten Muster: Kalbfleisch wird fein faschiert, mit eingeweichter Semmel und Schlagobers verbunden, zu ovalen Laibchen geformt und in Butterschmalz langsam gebraten. Den Abschluss bildet eine Sauce aus dem Bratensatz, in den kalte Butter eingearbeitet wird. Das Ergebnis ist ein saftiges, aromatische Laibchen mit samtiger Oberfläche. Servus zeigt das Rezept mit dem charakteristischen Karomuster, das beim Braten entsteht.
Wiener Spezialität
Das Gericht ist eine Wiener Spezialität, die vor allem in der traditionellen Gastronomie zubereitet wird. Die Plachutta-Restaurants haben das Rezept über Jahrzehnte verfeinert und veröffentlicht. Ewald Plachutta selbst empfiehlt als Beilage Kartoffelpüree, Erbsen oder Erbsenschoten sowie Karotten. Das Gericht gilt als besonders schmackhaft, weil die Butter-Sauce dem faschierten Fleisch zusätzliche Saftigkeit und Aroma verleiht.
Was das bedeutet: Wer das Wiener Schnitzel kennt, wird im Kalbsbutterschnitzel eine andere, gleichwertige Tradition entdecken – weniger bekannt, aber ebenso tief in der Wiener Esskultur verwurzelt.
Welches Fleisch nimmt man für Kalbsschnitzel?
Geeignete Schnitte
Für Kalbsbutterschnitzel eignet sich mageres Kalbfleisch aus der Schulter, das ohne Sehnen und Fettanteile faschiert wird. Plachutta empfiehlt 600 g mageres Schulterfleisch. Auch Beinfleisch kann verwendet werden, ist jedoch weniger mager. Radatz verwendet für sein Rezept 600 g doppelt faschiertes Kalbfleisch – eine Technik, die besonders feine Textur erzeugt. Die Qualitätsmerkmale umfassen helle Farbe, festes Fleisch und einen milden Geruch.
Qualitätsmerkmale
Hochwertiges Kalbfleisch erkennen Sie an seiner blassrosa Farbe und der feinen Maserung. Das Fleisch sollte fest sein und bei Druck sofort zurückfedern. Ein neutraler, leicht süßlicher Geruch deutet auf Frische hin. In Österreich garantieren AMA-Gütesiegel und Herkunftskennzeichnung die Qualität des Kalbfleischs. Woman.at empfiehlt einen Fettanteil von etwa 20 % für optimale Saftigkeit.
Was das bedeutet: Die Wahl des richtigen Fleischs ist entscheidend – zu mageres Fleisch wird trocken, zu fettes macht die Laibchen schwer.
Warum werden Kalbsschnitzel zäh?
Häufige Fehler
Kalbsschnitzel werden zäh, wenn das Fleisch zu lange gebraten wird oder die Hitze zu hoch ist. Das gilt besonders für faschierte Laibchen, deren Struktur empfindlicher ist als ein ganzes Stück Fleisch. Weitere häufige Fehler: minderwertiges Fleisch mit zu vielen Sehnen, zu trockene Masse durch zu wenig Schlagobers, und falsche Kühlung der Butter bei der Sauce-Herstellung. Bine kocht empfiehlt, den Saft separat mit Beinfleisch und Rotwein zuzubereiten, um mehr Saftigkeit zu erreichen.
Tipps zur Vermeidung
Um zähe Kalbsbutterschnitzel zu vermeiden, braten Sie die Laibchen bei mittlerer Hitze etwa 4–5 Minuten pro Seite. Die Masse sollte 30 Minuten ruhen, bevor Sie die Laibchen formen – so verbinden sich die Zutaten optimal. Woman.at rät, die Hände beim Formen feucht zu halten und die Laibchen nicht zu fest zu drücken. Die Butter für die Sauce muss wirklich kalt sein, um eine cremige Emulsion zu bilden.
Zu hohe Hitze bringt die Butter-Sauce zum Gerinnen, bevor sie das Fleisch erreicht. Resultat: trockene Laibchen mit geronnener Sauce.
Was das bedeutet: Geduld beim Braten und die richtige Temperatur der Butter entscheiden über das Gelingen des gesamten Gerichts.
Warum sind Kalbsschnitzel so teuer?
Gründe für den Preis
Kalbsschnitzel sind teuer, weil Kalbfleisch aufwendig in der Produktion ist. Kälber werden unter strengen Auflagen gehalten und erhalten spezielle Milch. Die Schlachtung erfolgt in jungen Monaten, was weniger Fleisch pro Tier bedeutet. EU-weite Qualitätsvorschriften und das AMA-Gütesiegel in Österreich erhöhen die Kosten zusätzlich. Forbes.at berichtet über die hohen Standards der Plachutta-Restaurants, die nur beste Qualität verwenden.
Alternativen
Als preiswertere Alternative bietet sich Schweinefleisch an, das ähnlich zart werden kann. Hähnchenbrust funktioniert ebenfalls, wenn auch mit abweichendem Geschmack. Kalbfleisch-Fans können auf die Schulter aus regionaler Produktion setzen, die günstiger ist als das Filet. Im Restaurant kostet ein Kalbsbutterschnitzel je nach Location 25–45 Euro.
Was das bedeutet: Wer auf Qualität setzt, zahlt mehr – aber die Wiener Tradition und der Geschmack rechtfertigen den Aufpreis für Liebhaber des Genusses.
Rezept: Kalbsbutterschnitzel nach originalem Plachutta
Das Rezept für Kalbsbutterschnitzel von Plachutta gilt als klassische Referenz. Für 4 Portionen brauchen Sie 600 g mageres Kalbsschulterfleisch, 1 Semmel oder 2 Scheiben Weißbrot (eingeweicht in Milch oder Wasser), 1 Ei, 100 ml Schlagobers, fein gehackte Petersilie, Butterschmalz, Salz und frisch geriebene Muskatnuss. Maria Zarl-Eckel vom Restaurant Eckel in Wien bereitet nach Falstaff das Gericht mit einem halben Kilo magerem Kalbfleisch, einer Semmel, einem Ei und einem Achtel Liter Schlagobers zu.
Ewald Plachutta empfiehlt, die Masse vor dem Formen 30 Minuten ruhen zu lassen – das sorgt für besseren Zusammenhalt beim Braten.
Zubereitung Schritt für Schritt
- Semmel in Milch oder Wasser einweichen, gut ausdrücken und pürieren.
- Kalbfleisch fein faschieren – bei Radatz sogar doppelt faschiert für extra Feinheit.
- Semmel, Ei, Schlagobers und Petersilie zur Fleischmasse geben, mit Salz und Muskatnuss würzen. Gut verkneten.
- Masse 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Ovale Laibchen formen – optional mit Karomuster eindrücken, wie Servus zeigt.
- In Butterschmalz bei mittlerer Hitze 4–5 Minuten pro Seite braten.
- Mit Fond ablöschen, Bratensatz lösen und kalte Butter einrühren für die Sauce.
- Mit Kartoffelpüree, Erbsen und Karotten servieren – Ewald Plachuttas Empfehlung.
Zubereitungszeit beträgt nach Plachutta etwa 1 Stunde für 4 Portionen, Servus gibt 40–60 Minuten an.
Das Geheimnis liegt in der Ruhezeit und der Butter-Sauce: Ohne Pause wird die Masse instabil, ohne Sauce bleibt das Gericht trocken.
Was das bedeutet: Ein perfektes Kalbsbutterschnitzel erfordert Geduld – aber das Ergebnis, ein saftiges Laibchen in samtiger Buttersauce, lohnt jeden Aufwand.
„Uns verrät die Haubenköchin heute passenderweise das Rezept für ihre genialen Kalbsbutterschnitzel.”
— Woman.at (über Heidi Ratzinger)
„Etwas ganz Besonderes aus der Wiener Küche serviert Maria Zarl-Eckel in ihrem Restaurant »Eckel« in Wien: Kalbsbutterschnitzel sind eine wahre Wiener Delikatesse!”
— Falstaff
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binekocht.at, plachutta.at, wienerleben.wko.at, kochgenossen.com
Neben der Kalbsbutterschnitzel gehört der Grenadiermarsch-RezeptGrenadiermarsch} zu den deftigen Wiener Klassikern, die perfekt aus Resten entstehen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet Kalbsbutterschnitzel?
Im Restaurant kosten Kalbsbutterschnitzel je nach Location zwischen 25 und 45 Euro pro Portion. Zu Hause liegen die Kosten für 600 g Kalbfleisch bei etwa 15–25 Euro, abhängig von der Fleischqualität und dem Herkunftssiegel.
Ist Kalbsbutterschnitzel typisch österreichisch?
Ja, das Kalbsbutterschnitzel ist eine Wiener Spezialität und fest in der österreichischen Esskultur verankert. Es gehört zur traditionellen Gastronomie Wiens und wurde in der modernen Form 1993 von Christoph Wagner und Ewald Plachutta in „Die gute Küche” definiert.
Was ist Kalbsbutterschnitzel auf Englisch?
Auf Englisch wird das Gericht als „breaded veal patty with butter sauce” oder „Austrian-style veal patty” bezeichnet. Eine direkte Übersetzung wäre „veal butter schnitzel”, wobei „schnitzel” im Englischen oft mit dem Wiener Schnitzel assoziiert wird.
Kann man Kalbsbutterschnitzel mit Schweinefleisch machen?
Ja, Schweinefleisch ist eine preiswerte Alternative zu Kalbfleisch. Die Zubereitung bleibt identisch, aber das Ergebnis hat einen anderen Geschmack und eine leicht abweichende Textur. Für das authentische Wiener Erlebnis empfiehlt sich jedoch Kalbfleisch.
Wie lagert man Kalbsbutterschnitzel?
Fertige Kalbsbutterschnitzel sollten im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 24 Stunden verzehrt werden. Die rohe Masse kann abgedeckt bis zu 2 Tage im Kühlschrank lagern. Einfrieren wird nicht empfohlen, da die Textur leidet.
Wo isst man das beste Kalbsbutterschnitzel in Wien?
Die Plachutta-Restaurants (Wollzeile, Hietzing, Nussdorf) gelten als führend für traditionelle Wiener Küche, darunter auch Kalbsbutterschnitzel. Das Restaurant Eckel von Maria Zarl-Eckel, vorgestellt im Falstaff, bietet ebenfalls eine empfehlenswerte Version.
Unterscheidet sich Kalbsbutterschnitzel vom Wiener Schnitzel?
Ja, grundlegend: Das Wiener Schnitzel ist ein hauchdünn geklopftes, unpaniertes Kalbsschnitzel, das in Butterschmalz schwimmend ausgebacken wird. Das Kalbsbutterschnitzel besteht aus faschiertem Fleisch, wird geformt und mit einer Butter-Sauce serviert. Beide sind Wiener Klassiker, aber mit unterschiedlicher Zubereitung.
Für Gourmets, die die Wiener Küche schätzen, zeigt das Kalbsbutterschnitzel, dass faschiertes Kalbfleisch genauso beeindruckend sein kann wie das berühmtere Wiener Schnitzel. Plachutta-Restaurants und das Eckel beweisen, dass diese Tradition in Wien lebendig bleibt.