
Backerbsen: Was sie sind, Rezepte, Herkunft und Verwendung
Wer schon einmal eine dampfende Tasse Brühe mit kleinen, goldbraunen Kügelchen genossen hat, kennt den knusprigen Biss. Backerbsen sind weit mehr als eine simple Suppeneinlage – sie verbergen eine überraschende Zweitverwendung als Helfer beim Blindbacken.
Region: Mitteleuropa ·
Hauptzutaten: Mehl, Eier, Salz ·
Zubereitung: Ausbacken in Fett oder Butterschmalz ·
Klassische Verwendung: Suppeneinlage ·
Besonderheit: Auch zum Blindbacken verwendbar
Kurzüberblick
- Kleine, frittierte Teigkugeln (Bayerische Spezialitäten (Regionalküche))
- Hauptzutaten: Mehl, Eier, Salz (LECKER (Kochredaktion))
- Typische Suppeneinlage in Mitteleuropa (eatclub (Lebensmittelportal))
- Teig tropffähig anrühren (LECKER (Kochredaktion))
- In heißem Fett ausbacken (eatclub (Lebensmittelportal))
- Alternativ im Backofen möglich (GuteKueche (Rezeptportal))
- Klassisch in Suppen (Roter Hahn (Südtiroler Gastgeber))
- Auch für Blindbacken geeignet (Brigitte (Küchenredaktion))
- Als knuspriges Topping für Salate (Eigenverwendung, nicht belegt) (Roter Hahn (Südtiroler Gastgeber))
- Frittiert – daher viele Kalorien (Gutekueche.at (österreichisches Rezeptportal))
- Besser in Maßen genießen – abgeleitete Empfehlung (Gutekueche.at (österreichisches Rezeptportal))
- Ofenvariante ist fettärmer (GuteKueche (Rezeptportal))
Fünf Fakten auf einen Blick – von der Zutatenliste bis zur Ofentemperatur.
| Merkmal | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Ursprung | Mitteleuropa | Bayerische Spezialitäten |
| Hauptzutat | Mehl | LECKER |
| Übliche Menge für 4 Personen | ca. 75 g Mehl | LECKER |
| Frittierfett | Butterschmalz oder Öl | eatclub |
| Typische Backzeit im Ofen | ca. 10–12 Minuten bei 180 °C | Landlust |
Was genau sind Backerbsen?
Kann man Backerbsen direkt essen?
Backerbsen werden in der Regel als knusprige Suppeneinlage genutzt, können aber auch pur als kleiner Snack verzehrt werden. Die Bayerische Spezialitäten-Seite (regionale Rezeptdatenbank) beschreibt sie als „typische Suppeneinlage“ – dass sie direkt aus der Hand knabberbar sind, bestätigt ihre frittierte, trockene Konsistenz.
Wer sie pur probiert, sollte allerdings wissen: Der Salzgehalt ist oftmals höher als in der Suppe, und die fettige Textur kann in größeren Mengen schwer im Magen liegen.
Wie sagt man Backerbsen auf Schwäbisch?
Eine einheitliche schwäbische Bezeichnung ist in den zugänglichen Quellen nicht dokumentiert. In der schwäbischen Küche kennt man „Gebrannte Mehlsuppe“ oder „Brockele“, aber die Bezeichnung „Backerbsen“ hat sich deutschlandweit durchgesetzt. Das Koch-Wiki (Gemeinschaftsprojekt für Kochwissen) führt den Begriff ohne regionale Variante.
Nicht jede „Erbse“ ist eine Erbse – trotz des Namens bestehen Backerbsen aus Weizenmehl, nicht aus Hülsenfrüchten.
Das Muster: Der Name täuscht, die Zutaten sind eindeutig.
Wie gesund sind Backerbsen?
Kalorien und Nährwerte
Weil Backerbsen in heißem Fett ausgebacken werden, haben sie einen hohen Kalorien- und Fettgehalt. Das österreichische Rezeptportal Gutekueche.at (Küchenredaktion) gibt an, dass sie „in heißem Öl frittierte Teigbällchen“ sind. Der genaue Nährwert hängt stark vom Rezept ab – je nachdem, ob Butterschmalz oder Öl und wie viel Mehl verwendet wird.
Die Alternative aus dem Backofen, beschrieben von GuteKueche (Rezeptportal), fettärmer, aber nicht fettfrei. Wer regelmäßig Suppen verfeinern möchte, sollte die frittierte Variante als gelegentlichen Genuss betrachten.
Bei 180 °C im Ofen gebacken statt im Frittierfett – das spart bis zu einem Drittel Fett, fordert aber eine längere Garzeit von etwa 12 Minuten.
Die Konsequenz: Wer Fett spart, investiert Zeit.
Für was nimmt man Backerbsen?
Klassische Suppeneinlage
Die häufigste Verwendung ist und bleibt die klare Brühe. Roter Hahn (Südtiroler Bauernhof-Gastgeber) kombiniert in einem Rezept hausgemachte Backerbsen mit Fleischsuppe und bestätigt so die traditionelle Rolle. Die Teigkugeln saugen sich nicht sofort voll, bleiben mehrere Minuten knusprig und geben der Flüssigkeit eine leichte Bindung.
Backerbsen zum Blindbacken
Eine überraschende Zweitverwendung hat sich in der Backstube etabliert: Brigitte (Küchenredaktion von Gruner+Jahr) nennt Backerbsen explizit als Beschwerungsmaterial für das Blindbacken von Tortenböden. Zusammen mit getrockneten Erbsen, Reis oder Kichererbsen verhindern sie, dass der Teig beim Vorbacken ungleichmäßig aufgeht. Weil Backerbsen sehr gleichmäßig sind und kaum Staub abgeben, eignen sie sich besonders gut für feine Mürbeteige.
Das Muster: wenige Gramm Gewicht, aber eine gleichmäßige Verteilung – das macht sie ideal für kleine Tartes oder Böden mit dünnem Rand.
Backerbsen aus dem Backofen oder der Fritteuse sind nach dem Einsatz als Beschwerungsmaterial nicht mehr für die Suppe geeignet – sie haben bereits Feuchtigkeit aufgenommen und werden weich.
Wie werden Backerbsen gemacht?
Zutaten für Backerbsen
Das Grundrezept ist einfach: Mehl, Eier, Salz und etwas Wasser oder Milch. LECKER (Kochmagazin) empfiehlt einen Teig aus 75 g Mehl, 1 Ei, einer Prise Salz und ca. 4–5 EL lauwarmem Wasser. Roter Hahn (Südtiroler Rezepttradition) setzt zusätzlich einen Schuss Schnaps unter den Teig – das verhindert Fettaufnahme und macht die Kugeln extra knusprig.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Teig anrühren: Mehl, Ei, Salz und Wasser (oder Milch) zu einem zähflüssigen Teig verrühren – er sollte von einem Löchel tropfen, aber nicht zu dünn sein. (LECKER)
- Fett erhitzen: In einem Topf Butterschmalz oder Öl auf etwa 170–185 °C erhitzen. eatclub (Lebensmittelportal) gibt diesen Temperaturbereich für die optimale Bräunung an.
- Teig portionieren: Den Teig durch eine Spätzlepresse, eine grobe Küchenreibe oder direkt von einem Löchel ins heiße Fett tropfen. Bayerische Spezialitäten empfiehlt die Reibe für besonders gleichmäßige kleine Tröpfchen.
- Ausbacken: Die Teigkügelchen goldbraun frittieren (ca. 1–2 Minuten). Dann mit einer Schaumkelle herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Roter Hahn unterstreicht diesen Schritt.
- Lagern: Ausgekühlte Backerbsen in einer luftdichten Dose aufbewahren – so bleiben sie bis zu zwei Wochen knusprig.
Backerbsen im Backofen backen
Für eine fettärmere Variante den gleichen Teig in kleinen Tupfen (ca. ½ Teelöffel Größe) auf mit Backpapier belegte Bleche setzen. GuteKueche (Rezeptportal) gibt 220 °C Ober-/Unterhitze oder 200 °C Umluft bei 10–12 Minuten Backzeit vor. Die Kugeln werden heller als die frittierte Version, bleiben aber ebenfalls knusprig – nur mit deutlich weniger Fett.
Wie bereite ich eine Suppe mit Backerbsen zu?
Klassische Backerbsensuppe
Eine klare Gemüse- oder Fleischbrühe aufkochen und mit Salz sowie Pfeffer abschmecken. Die Backerbsen erst direkt vor dem Servieren in die heiße Suppe geben – dann bleiben sie mehrere Minuten lang bissfest. Roter Hahn (Südtiroler Rezepttradition) serviert die Backerbsen getrennt in einer Schale, sodass jeder Gast selbst dosieren kann.
Wer mag, gibt frische Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch dazu – das bringt Farbe und Frische. Auch klein geschnittene Gemüsewürfel (Karotten, Sellerie) ergänzen die Suppe harmonisch. Die österreichische Variante von Gutekueche.at (Rezeptportal) kombiniert Backerbsen mit Fleischsuppe und einem Schuss Essig für eine leichte Säure – typisch für die Wiener Küche.
Bestätigte Fakten
- Backerbsen werden aus Mehl, Eiern und Salz zubereitet. (LECKER)
- Sie werden in heißem Fett frittiert. (eatclub)
- Sie dienen typischerweise als Suppeneinlage. (Bayerische Spezialitäten)
- Es gibt eine Variante für den Backofen. (GuteKueche)
Was unklar ist
- Der genaue Kaloriengehalt kann je nach Rezept variieren – keine einheitliche Nährwerttabelle verfügbar.
- Die Herkunft der Bezeichnung ist nicht abschließend belegt – möglich ist Ableitung von „gebackene Erbsen“ oder Ähnlichkeit mit Erbsenform.
- Ob die Verwendung zum Blindbacken allgemein üblich ist, bleibt unklar – nur einzelne Quellen wie Brigitte weisen darauf hin.
„Backerbsen oder auch gebackene Erbsen sind eine typische Suppeneinlage der Regionalküchen im mitteleuropäischen Raum.“
– eatclub (Lebensmittelportal)
„Knusprig rund gebackene Kugeln, perfekt für die schnelle, heiße Suppe.“
– LECKER (Kochmagazin)
Die zweite Karriere der Backerbsen als Blindbackhelfer ist noch eine Nische – aber eine, die vor allem Hobbybäckern entgegenkommt. Statt extra getrocknete Erbsen zu kaufen, reicht ein Vorrat der frittierten Kügelchen. Der Hobbybäcker mit wenig Lagerplatz profitiert vom Mehrfachnutzen, sollte aber die beschwerten Backerbsen danach nicht mehr in die Suppe geben.
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Häufig gestellte Fragen
Wie bewahrt man Backerbsen am besten auf?
In einer luftdichten Dose bei Raumtemperatur bis zu zwei Wochen. Feuchtigkeit ist der größte Feind – angebrochene Packungen immer gut verschließen.
Kann man Backerbsen einfrieren?
Ja, ungeöffnet oder in einem Gefrierbeutel bis zu drei Monate. Nach dem Auftauen kurz im Ofen bei 100 °C wieder knusprig machen (GuteKueche (Rezeptportal)).
Wo kann man Backerbsen kaufen?
Im Supermarkt (Gewürzregal oder Suppeneinlagen), in Asiamärkten (als „tempura peanuts“ ähnlich) oder online bei Spezialitätenhändlern. LECKER führt auch fertige Produkte im Handel.
Sind Backerbsen glutenfrei?
Klassische Backerbsen enthalten Weizenmehl und sind nicht glutenfrei. Es gibt aber Rezepte mit glutenfreiem Mehl (z.B. Reismehl) – dann ändert sich Konsistenz und Fettaufnahme.
Warum werden Backerbsen in der Suppe nicht matschig?
Weil sie frittiert sind, bildet sich eine fettige Kruste, die Feuchtigkeit kurz abweist. Nach etwa 5–10 Minuten ziehen sie dennoch Flüssigkeit und werden weicher. Daher erst kurz vor Servieren einlegen.
Kann man Backerbsen auch ohne Fritteuse zubereiten?
Ja – im Topf mit Butterschmalz (wie bei eatclub) oder im Backofen. Eine Fritteuse ist nicht nötig.